www.krebs-online.net
ffw.birlenbach-fachingen.de
 webmaster@krebs-online.net
ffw@birlenbach-fachingen.de

 

Home

Geschichte

Fotoalbum

Nachbarn

Birlenbach-Links

Touristik-Info

Suche

Erhaltene Awards

Infos über die VG Diez

 

Zur Geschichte der

Ortsgemeinde Birlenbach

 

Die Ortsgemeinde umfasst die beiden Ortsteile Birlenbach und Fachingen. Dies ist nicht etwa nach einer Verwaltungsform so festgesetzt, sondern seit alters her verbindet die beiden Dörfer eine gemeindliche Zusammengehörigkeit. Nach dem "Extract der Gemark und Gerechtigkeit der Gemeind Fachingen und Birlenbach aus dem Lagerbuch von 1596" (extrahiert am 11.02.1712 von J. D. Seipp und beglaubigt von Registrath Schnabelius am 02.06.1763) werden die Gemarkungsgrenzen so beschrieben, wie sie heute noch gegeben sind. Dies ist auch gleichzeitig die älteste Urkunde im Besitz der Ortsgemeinde.

Die Geschichtsliteratur unseres Landes weiß über unsere Gemeinde nur wenig zu berichten. Der Nestor der nassauischen Ortsgeschichtsschreibung, C. D. Vogel, schrieb in seiner 1836 erschienenen "Historischen Topographie des Herzogtums Nassau" nur den einen Satz: "BERLENBACH kommt 1255 zuerst vor". Gleichsam mit Birlenbach findet auch Fachingen als "VACHUNGEN" 1255 erstmals urkundliche Erwähnung. Aber schon viel früher war unsere Heimat von Menschen besiedelt. Funde aus der älteren Eisenzeit, der sogenannten Hallstattzeit zwischen 800 und 500 v. Chr., bargen beim Kalksteinabbruch Grabhügel im "Forst" und ein weiteres Hügelgräberfeld befindet sich im Wald zur Grenze der Gemarkung Schaumburg hin im Distrikt "Grenzkopf". Beide Gräber liegen in der Nähe alter Eisensteingruben, die den Schluß erlauben, als habe schon zur damaligen Zeit ein gewisser Bergbau auf Eisen und Braunstein bestanden, der später in der Neuzeit eine gewisse Bedeutung für die Bürger beider Ortsteile erlangen sollte.

Die Geschichtsschreibung weiß über Fachingen etwas mehr zu berichten. Man spricht von einem Gericht "Fachingen", zu dem Birlenbach und anfangs auch Balduinstein (bis 1321) gehörten. Es war mit sieben Schöffen besetzt. In Fachingen war 1425 eine katholische St. Georgs-Kapelle erbaut worden, an die eine Klause mit neun Nonnen und einer Priorin angegliedert war. In der Reformationszeit wechselten die Bevölkerung und auch die Nonnen zur Evangelisch-Lutherischen Kirche (1564) und die Kapelle in Fachingen wurde geschlossen; sie verfiel im Laufe der Zeit zu einer Ruine. Im Jahr 1957 wurde die Ruine unter großem Opfersinn der Bürgerschaft wieder aufgebaut und eine Glocke geweiht. Am 27.03.1973 konnte an der Kapelle der Kirchenanbau mit einem Gemeindezentrum seiner Bestimmung übergeben werden.

Die Gemeinde gehörte seit der Reformationszeit bis zum Jahr 1817 zur Pfarrei Freiendiez. Bedingt durch einen Großbrand in Freiendiez, dem auch die Kirche zum Opfer fiel, wurden die Birlenbacher und die Fachinger Gläubigen von der Stiftskirchengemeinde Diez aufgenommen, wo sie bis zum heutigen Tage verblieben.

Auch die Schulkinder unserer Gemeinde mussten bis zum Jahre 1826 nach Freiendiez zum Schulunterricht. Am 15.12.1826 wurde dann ein neues Schulhaus in Birlenbach eingeweiht. Die Gemeinde hatte den ehemaligen Kirchgarten in der Größe von 24 Ruten und 2 Schuh zum Preis von 2,55 Gulden je Rute gekauft. Sie musste sich außerdem verpflichten, das Bauholz aus dem Gemeindewald unentgeltlich zu liefern, alle Materialien kostenlos zur Verfügung zu stellen und die nötigen Handreichungen am Bau zu leisten. Die Baukosten betrugen seiner Zeit 1.524 Gulden und 34 Kreuzer. Im Jahr 1980 musste die alte Schule abgerissen werden, weil die altersschwachen Grundmauern und das Gebäude selbst nicht mehr zu sanieren waren. An gleicher Stelle baute die Gemeinde neues Gemeindezentrum, das Freiherr-vom-Stein-Haus, in dem nun mit Kirchenraum ein reges Gemeindeleben stattfindet. Die Baukosten betrugen insgesamt 1,2 Millionen DM.

Die eigentliche Entwicklung der Gemeinde begann im letzten Jahrhundert. Der Fachinger Brunnen, der schon damals sein Heilwasser weit über die Landesgrenzen hinaus versandte und "Staatlich Fachingen" weltbekannt machte, gab den Bürgern Arbeit und Brot. In den Jahren um 1856 wurde der Fachinger Eisenerzstollen aufgelassen, wobei der Hauptstollen ca. 1.500 m ins Erdinnere reicht. Zum gleichen Zeitpunkt begann der Schienenstrang der Lahntal-Eisenbahn die heimische Wirtschaft zu beleben. Nach dem 2. Weltkrieg wurden allerdings die Eisenerzstollen geschlossen und die Gemeinde wurde Eigentümer aller Bergwerke in diesem Bereich (letzter Eigentümer waren die Buderus-Eisenwerke in Wetzlar). In Fachingen war die Gemeinde außerdem Eigentümer der Kalksteinbrüche an der Lahn, die an große Industrieunternehmen (zuletzt Dyckerhoff, Wiesbaden-Biebrich) verpachtet waren. Im Jahr 1973 wurden die Steinbrüche wegen Unrentabilität geschlossen und die Gemeinde stellte mit der Bezirksregierung Koblenz das Gebiet der Tiefbrüche im Jahre 1980 unter Naturschutz. Jetzt hat die Natur ihr "Reich" wieder zurückerhalten und der stille Bewunderer mag sich daran erfreuen.

In Birlenbach selbst wurde seit jeher eine rege Land- und Viehwirtschaft betrieben, die sich bis heute, natürlich in abgeänderten Strukturen, erhalten hat.

Die Ortsgemeinde Birlenbach umfasst heute ca. 1.600 Einwohner. Die Gemarkungsgröße beträgt 404 ha, einschließlich 120 ha Gemeindewald. Die Ortsgemeinde, vertreten durch den Gemeinderat, versucht, zum Wohle ihrer Bürger möglichst viele öffentliche Einrichtungen bereitzuhalten. So steht neben den beiden Gemeindezentren eine Mehrzweckhalle zur Verfügung, die insbesondere von den sporttreibenden Vereinen rege benutzt wird. Grundschule, Kindergarten und Kinderspielplätze, Schwimmbad, Sportstätten und in Fachingen auch ein Backeshaus sollen den Bürgern helfen, die Lebensqualität in ihrer Gemeinde zu verbessern. Durch die Erschließung neuer Wohngebiete in beiden Ortsteilen sind viele Neubürger in unsere Gemeinde gezogen, die sicherlich die Strukturen der Gemeinde positiv beeinflussen werden. So sind auch wir, heute viel schneller als zu früheren Zeiten, einem ständigen Wandel unterworfen.